Vogelbeeren

In diesem Impuls wenden wir uns einem besonderen Baum zu, der besondere Früchte hat: die Vogelbeere, auch bekannt als Eberesche. Klimakundige Personen haben kundgetan, dass die Eberesche alle zehn Jahre besonders viele Früchte trägt. Und immer, wenn das der Fall ist, wird es ein guter Winter. Sprich, es gibt Schnee und Kälte. Das ist schon einmal ein Grund, sich der Vogelbeere zuzuwenden. Aber die Eberesche oder Vogelbeere ist aus vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Gewächs.

Die meisten kennen die Vogelbeere vielleicht vom Vogelbeerschnaps. Von dem ihr gehört habt, dass er sehr gesund sei, was er auch tatsächlich ist. Viele denken, die Beeren seien giftig, obwohl sie es nicht sind. Besonders dann nicht, wenn sie gekocht sind. Es gibt auch Marmeladen aus der Eberesche, vielleicht kennt ihr ja ein paar Rezepte. Die Heilkraft der Blüten und Blätter ist schleimlösend, das heißt, die Eberesche wird gegen Bronchitis verwendet.

Man vermutet auch, dass sie gute Heilwirkung bei Rheuma und Gicht hat, das ist aber nicht wirklich erwiesen. Was erwiesen ist, ist, dass sie auch ein sehr wirksames Heilmittel beim grünen Star ist. Die Eberesche ist also durch ihre Heilkraft wichtig. Auch im Volksglauben ist die Eberesche verankert, in der Mythologie hat sie einen besonderen Stellenwert. Die Kulturgeschichte ist durchzogen von diesen Bäumen. Bereits bei den Germanen kommt sie vor. Es wird gesagt, dass die Eberesche dem Gott Thor als geweihter Baum heilig ist. Thor war sich sicher, dass die Eberesche der heilige Baum ist.

In ärmlicheren Gegenden war die Eberesche früher begehrt, weil die Leute aus diesem Holz Spielzeug gefertigt haben. Besonders im Erzgebirge, wo sehr viele Spielwaren geschnitzt wurden und heute noch werden, hat der Vogelbeerbaum den Status eines Nationalbaumes. Auch in den skandinavischen Ländern hat die Eberesche eine wichtige Bedeutung. Im keltischen Baumkreis zählt sie neben dem Apfelbaum, der Walnuss und der Tanne zu den Lebensbäumen.

Menschen, die im Zeichen der Eberesche geboren sind, meint man, sind vor allem durch Lebensfreude und Anpassungsfähigkeit an schwierige Lebensumstände stark. Die Kelten haben auch ihre heiligen Stätten und ihre Orakelplätze mit Ebereschen bepflanzt. Man sagt auch, dass die Eberesche ein Symbol des Wiedererwachens nach der dunklen Winterzeit ist. In einem irischen Sprichwort gilt die Eberesche als Schutzbaum gegen Blitzschlag und Hexenzauber. Auch war der Vogelbeerbaum im Jahr 1997 der Baum des Jahres.
Was macht die Eberesche in der Natur? Sie ist sehr weit verbreitet und lebt im Normalfall achtzig Jahre. In höheren Regionen – sie kann sehr weit im Gebirge hinaufwachsen – wird sie sogar bis zu hundertzwanzig Jahre alt. Die Eberesche ist der Baum, von dem sich am meisten Tiere ernähren können. Deswegen hat er im Kreislauf der Natur einen besonderen Stellenwert. Man hat über siebzig Vogelarten und siebenundzwanzig Säugetiere gezählt, die sich von diesen Beeren ernähren. Die Insekten sind glücklich mit den Vogelbeeren von der Blüte bis hin zur Frucht.

Die Eberesche ist also eine ausgezeichnete Nahrungsquelle für die Tiere. Der Name hat zunächst eine eher abwertende Konnotation. Man hat gemeint, er sei der Gruppe der Eschen zuzuordnen, weil die Blätter so ähnlich aussehen. Sie ähneln diesen, aber es besteht keine nähere Verwandtschaft zu dieser Baumart, es ist keine Esche im botanischen Sinne. Und man hat festgestellt, dass sich die wilden Schweine sehr gerne von diesen Beeren ernähren, und so ist man auf den Namen Eberesche gekommen.
Heute interessiert uns diese wunderbare Frucht, die Vogelbeere selbst. Wie in einem Doldenstand, fast als Traube am Baum herunterhängend, ist sie in der Farbe sehr attraktiv für unser Auge. Das könnt ihr auf den Bildern von Vogelbeeren in den Bergen sehen und euch vom Zauber dieser Farbe in den Bann schlagen lassen. Dann könnt ihr die Linien dieser Baumstruktur und zugleich auch die Beeren studieren. Die Beeren sind sehr einfach zu zeichnen, aber eben reizvoll in diesen Gruppen, diesen Kumulationen.

Ihr könnt sie auch in Rot/Orange gestalten. Die Vogelbeere ist so orange-rotbraun, sie hat eine sehr schöne warme Farbe und ist dadurch so attraktiv. Es hängen im Herbst noch viele Ebereschen-Früchte an den Bäumen. Warum ist das so? Sie müssen einmal ordentlich durchgefroren sein, damit die Vögel sie gut verdauen können.
Die Eberesche kommt aus der Familie der Rosengewächse, und im Untertyp ist sie ein Kernobstgewächs. Es ist eine Freude, sich mit diesem Baum zu beschäftigen. Winterbeginn und Eberesche haben einen schönen Zusammenhang. Die Vielzahl der Früchte zu Winterbeginn ist eine Vorsehung für den Winter. Ob er tatsächlich so wird, wie vorausgesagt, bleibt immer abzuwarten.

Wenn ihr im Winter spazieren geht, gibt es noch eine weitere interessante Beobachtung zur Eberesche: die Winterknospen sind nämlich dunkelviolett gefärbt und weiß filzig behaart. Schaut euch die Eberesche also auch im Winter an.

Ich wünsche euch sehr viel Vergnügen beim Studium der Eberesche. Es ist keine schwierige Aufgabe. Mit all diesen Hintergrundinformationen ist es ein schönes Thema und eine lohnende Übung zugleich. Diese Eberesche hat kleine runde Formen, und Linien in den Ästen. Denkt bei den Linien und bei den kleinen Formelementen an die Spitze des Bleistiftes. Sodass ihr wunderschöne Linien erzeugt. Das Wesen der Zeichnung ist, die Linien zu gestalten.

Auf jeden Fall setzt ihr euch, wenn ihr zum Zeichnen geht, gut entspannt und im Körper gut durchgearbeitet hin. Freut euch auf dieses Zeichnen, es ist so eine wunderbare kreative Tätigkeit. Alles Liebe!